DH-Preis - if

Interdisziplinärer Forschungsverbund
Digital Humanities in Berlin

Berliner DH-Preis 2016

#DHPreis16, #DHBerlin

Der Berliner DH-Preis wird vom Interdisziplinären Forschungsverbund Digital Humanities in Berlin (if|DH|b) seit 2015 ein Mal jährlich für herausragende Berliner Projekte auf dem Gebiet der Digital Humanities verliehen. Die Preisträgerinnen und Preisträger werden von einer Jury aus Vertreterinnen und Vertretern des if|DH|b ausgewählt.

Detaillierte Informationen:

Preisträgerinnen und Preisträger des Berliner DH-Preises 2016

1. Preis (2.000 EUR):
Pola Lehmann, Jirka Lewandowski, Theres Matthieß, Nicolas Merz, Sven Regel und Annika Werner für The Manifesto Corpus (WZB Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung)

 Team The Manifesto Corpus (WZB) auf der Preisverleihung - li nach re: Nicolas Merz, Theres Matthieß, Jirka Lewandowski, Pola Lehmann, Sven Regel

2. Preis (1.000 EUR):
Dr. Angela Berthold (Münzkabinett Berlin), Dr. Ulrike Peter (BBAW) und Prof. Bernhard Weisser (Münzkabinett Berlin); Projektteam: Dr. Lily Grozdanova (EXC Topoi), Hristina Ivanova, Georgia Bousia (BBAW) und Elise Hanrahan (BBAW / Telota) und weitere Mitwirkende (Stefan Dumont, BBAW / Telota; Daniel Althof, BBAW / Telota) für Corpus Nummorum Thracorum (Kooperation von Münzkabinett Berlin und BBAW)

Team Corpus Nummorum Thracorum (Münzkabinett Berlin und BBAW) auf der Preisverleihung - li nach re: Daniel Althof (BBAW, Telota), Georgia Bousia (BBAW), Dr. Ulrike Peter (BBAW), Dr. Angela Berthold (Münzkabinett Berlin), Elise Hanrahan (BBAW, Telota), Prof. Berhard Weisser (Münzkabinett Berlin)

Weitere Impressionen von der Preisverleihung 2016

Berichte über den Berliner DH-Preis 2016

Twitter: #DHPreis16, #DHBerlin

Preisverleihung 2016

Die Preisverleihung fand am 7. Juni 2016 an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) im Einstein-Saal statt.

Programm:

Moderation: Jana Klawitter (Wiss. Koordinatorin if|DH|b)

Abendvortrag Noah Bubenhofer (Zürich):
Listen, Karten, Bäume, Partituren: Von Formen und Tatsachen in den Digital Humanities

Visualisierungen erfüllen in den Wissenschaften unterschiedliche Zwecke: Sie präsentieren Ergebnisse von Analysen, z.B. in Form von Balkendiagrammen, sie dienen aber oft auch dazu, komplexe Daten überhaupt erst lesbar oder überschaubar zu machen und sie einer wissenschaftlichen Analyse zuzuführen. Dazu gehören beispielsweise Visualisierungen von komplexen Bezügen als Netzwerke. Die Hoffnung ist dabei, mit der Visualisierung ein emergentes Phänomen sichtbar zu machen, was mehr ist als die Summe seiner Teile.
Die Wahl bestimmter Visualisierungsformen in den Wissenschaften hängt jedoch nicht nur von methodischen Erwägungen oder technischen Möglichkeiten ab, sondern ist auch Ausdruck von wissenschaftskulturellen Prägungen und Positionen. Die Erfindung von Listen- oder Kartendarstellungen veränderte beispielsweise den Blick auf Text und widerspiegelt veränderte theoretische Grundüberlegungen. Manchmal entwickeln grafische Formen jedoch auch ein Eigenleben und beeinflussen die wissenschaftliche Disziplin. Der Vortrag stellt die Frage, welche grafischen Grundformen in den textorientierten Digital Humanities besonders einflussreich waren und sind. Einflussreich, indem sie die Visualisierungspraktiken prägten und damit die wissenschaftlichen Tatsachen mitkonstituierten.

Damit ist aber auch die Frage verbunden, welche technologischen und kulturellen Aspekte der digitalen Welt heute diese Visualisierungspraktiken beeinflussen und welche Folgen sich daraus für Methoden in den Digital Humanities ergeben. Die Gemeinsamkeit des relativ heterogenen Feldes der Digital Humanities ist ja der reflektierte Umgang mit digitalen Daten und Methoden und so stehen die Bezüge zwischen Daten, Algorithmus, Code und Analyse im Vordergrund. Visualisierungen von Daten mittels Algorithmen, die in einem bestimmten Programmcode implementiert sind, ermöglichen und unterbinden gleichzeitig bestimmte Analysen. Es besteht also ein enger Zusammenhang zwischen diesen Elementen und es stellt sich die Frage, welche Konsequenzen dies für die Forschungspraxis in den Digital Humanities zeitigt.

Der Sprachwissenschaftler Noah Bubenhofer forscht u.a. zur Linguistik in den Digital Humanities und leitet seit 2015 das Projekt "Visual Linguistics" am Institut für Computerlinguistik an der Universität Zürich. Seine vorherigen Wirkungsstätten waren in der Angewandten Linguistik am Institut für Germanistik der TU Dresden, am Institut für Deutsche Sprache in Mannheim, am Deutschen Seminar der Universität Zürich sowie am Heidelberg Center for American Studies. Zudem ist er Mitbegründer von semtracks, dem Laboratory for Computer Based Meaning Research.