DH-Preis - if

Interdisziplinärer Forschungsverbund
Digital Humanities in Berlin

Berliner DH-Preis 2016

#DHPreis16, #DHBerlin, #ifDHb

Der Berliner DH-Preis wird vom Interdisziplinären Forschungsverbund Digital Humanities in Berlin (if|DH|b) seit 2015 ein Mal jährlich für herausragende Berliner Projekte auf dem Gebiet der Digital Humanities verliehen. Die Preisträgerinnen und Preisträger werden von einer Jury aus Vertreterinnen und Vertretern des if|DH|b ausgewählt.

Detaillierte Informationen:

Für Rüfragen kontaktieren Sie uns gerne per E-Mail.

Preisverleihung 2016

7. Juni 2016 | 17:30 - 21:00 Uhr
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW)
Jägerstr. 22/23 | 10117 Berlin
Einstein-Saal (5. OG) und Dachterrasse

Die Teilnahme an der Preisverleihung ist kostenfrei, wir bitten Sie jedoch um Ihre verbindliche Anmeldung über das Online-Anmeldeformular oder per E-Mail an info(at)ifdhberlin.de.

Programm

Moderation: Jana Klawitter (Wiss. Koordinatorin if|DH|b)

Im Anschluss an die Preisverleihung laden wir Sie zu einem Glas Wein auf die Dachterrasse der BBAW ein.

Abendvortrag Noah Bubenhofer (Zürich):
Listen, Karten, Bäume, Partituren: Von Formen und Tatsachen in den Digital Humanities

Visualisierungen erfüllen in den Wissenschaften unterschiedliche Zwecke: Sie präsentieren Ergebnisse von Analysen, z.B. in Form von Balkendiagrammen, sie dienen aber oft auch dazu, komplexe Daten überhaupt erst lesbar oder überschaubar zu machen und sie einer wissenschaftlichen Analyse zuzuführen. Dazu gehören beispielsweise Visualisierungen von komplexen Bezügen als Netzwerke. Die Hoffnung ist dabei, mit der Visualisierung ein emergentes Phänomen sichtbar zu machen, was mehr ist als die Summe seiner Teile.
Die Wahl bestimmter Visualisierungsformen in den Wissenschaften hängt jedoch nicht nur von methodischen Erwägungen oder technischen Möglichkeiten ab, sondern ist auch Ausdruck von wissenschaftskulturellen Prägungen und Positionen. Die Erfindung von Listen- oder Kartendarstellungen veränderte beispielsweise den Blick auf Text und widerspiegelt veränderte theoretische Grundüberlegungen. Manchmal entwickeln grafische Formen jedoch auch ein Eigenleben und beeinflussen die wissenschaftliche Disziplin. Der Vortrag stellt die Frage, welche grafischen Grundformen in den textorientierten Digital Humanities besonders einflussreich waren und sind. Einflussreich, indem sie die Visualisierungspraktiken prägten und damit die wissenschaftlichen Tatsachen mitkonstituierten.

Damit ist aber auch die Frage verbunden, welche technologischen und kulturellen Aspekte der digitalen Welt heute diese Visualisierungspraktiken beeinflussen und welche Folgen sich daraus für Methoden in den Digital Humanities ergeben. Die Gemeinsamkeit des relativ heterogenen Feldes der Digital Humanities ist ja der reflektierte Umgang mit digitalen Daten und Methoden und so stehen die Bezüge zwischen Daten, Algorithmus, Code und Analyse im Vordergrund. Visualisierungen von Daten mittels Algorithmen, die in einem bestimmten Programmcode implementiert sind, ermöglichen und unterbinden gleichzeitig bestimmte Analysen. Es besteht also ein enger Zusammenhang zwischen diesen Elementen und es stellt sich die Frage, welche Konsequenzen dies für die Forschungspraxis in den Digital Humanities zeitigt.

Der Sprachwissenschaftler Noah Bubenhofer forscht u.a. zur Linguistik in den Digital Humanities und leitet seit 2015 das Projekt "Visual Linguistics" am Institut für Computerlinguistik an der Universität Zürich. Seine vorherigen Wirkungsstätten waren in der Angewandten Linguistik am Institut für Germanistik der TU Dresden, am Institut für Deutsche Sprache in Mannheim, am Deutschen Seminar der Universität Zürich sowie am Heidelberg Center for American Studies. Zudem ist er Mitbegründer von semtracks, dem Laboratory for Computer Based Meaning Research.

Anmeldung

Anmeldung
* Erforderliche Angabe

Jury des Berliner DH-Preises

Prof. Dr. Nicolas Apostolopoulos
Freie Universität Berlin, Leiter des Centers für Digitale Systeme (CeDiS)

Jurymitglied seit 2016

 

 

 

Dr. Anne Baillot
Centre Marc Bloch / INRIA, Projektteam DARIAH-EU
Einstein-Zirkel Digital Humanities Berlin

Jurymitglied seit 2015

 

 

Prof. Dr. Marian Dörk
Fachhochschule Potsdam / Urban Complexity Lab, Informationsvisualisierung

Jurymitglied seit 2015

 

 

 

Prof. Dr. Gerd Graßhoff
Humboldt-Universität zu Berlin, Wissenschaftsgeschichte und -philosophie / Sprecher des Exzellenzclusters "The Formation and Transformation of Space and Knowledge in Ancient Civilizations" (TOPOI)

Jurymitglied seit 2015

 

 

Helene Hahn
Projektleiterin Open Knowledge Foundation e. V.

Jurymitglied seit 2016

 

 

Elisabeth Lindinger
Open Knowledge Foundation e.V.
(davor: Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, Fachgruppe Creative Media / Innovationsforum "Interactive Technologies")

Jurymitglied 2015

 

 

Ralf Stockmann
Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Leiter Innovationsmanagement

Jurymitglied seit 2015

 

 

Preisträger/innen des Berliner DH-Preises 2015

1. Preis (1.200 EUR) Stefan Dumont "correspSearch – Verzeichnisse von Briefeditionen durchsuchen", Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften:

Stefan Dumont

2. Preis (600 EUR) Prof. Dr. Oliver Janz, Prof. Dr. Nicolas Apostolopoulos, Dr. Klaus Ceynowa und Projektteam "1914-1918-online. International Encyclopedia of the First World War", Freie Universität Berlin und Bayerische Staatsbibliothek:

von li nach re: Dr. Margit Wunsch Gaarmann, Susanne Büchner, Prof. Nicolas Apostolopoulos, Dr. Hildegart Schäffler (Bayerische Staatsbibliothek), Prof. Oliver Janz, Dr. Ivonne Meybohm, Tess Knuth, Dr. Nadia Juhnke

Nachwuchspreis (1.200 EUR) Florian Barth "Das Werk Bertolt Brechts und seine Mitarbeiter", Freie Universität Berlin:

Florian Barth

Weitere Informationen:

Teilnahmebedingungen und Ausschreibungen

Was ist der Preis?

Die Gewinnerinnen und Gewinner erwarten Preise im Gesamtwert von 3.000 EUR für Reisekosten-übernahme bzw. -zuschuss zu Digital-Humanities-Veranstaltungen im In- und Ausland im Jahr 2016.

Wer ist teilnahmeberechtigt?

Zur Teilnahme berechtigt sind alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die in einem DH-Projekt aktiv mitwirken. Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler werden besonders ermutigt, sich zu bewerben. Bedingung ist, dass das Projekt (bei Verbundprojekten) durch mindestens einen Principal Investigator/ eine Projektleitung an einer Berliner Forschungseinrichtung, Gedächtnis- oder Kulturinstitution angesiedelt ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Projekte noch laufen oder bereits abgeschlossen sind. Das Projekt muss zudem seine Qualität in den oben genannten Aspekten operativ unter Beweis stellen. Voraussetzung für die Bewerbung um den Berliner DH-Preis ist des Weiteren ein Eintrag in der Berliner DH-Projektedatenbank.

Was wird bewertet?

Mit dem Berliner DH-Preis sollen innovative und für die Fachforschung sowie die Bewahrung und Erschließung des kulturellen Erbes relevante Digital-Humanities-Projekte ausgezeichnet werden. Bewertet werden der wegweisende Charakter und die Bedeutung für das jeweilige Fachgebiet. Es werden die konsistente Nutzung von technischen und konzeptionellen Standards bewertet sowie die besonderen Anstrengungen, die eine nachhaltige Verfügbarkeit der Projektergebnisse und Anschlussfähigkeit gewährleisten. Darüber hinaus sollten die Projekte neue und für das Forschungsfeld gerade auch außerhalb der Digital-Humanities-Community inspirierende Erkenntnisse liefern.

Ausschreibungen

Die bisherigen Ausschreibungen erfolgten im Herbst 2014 und im Herbst 2015 für das jeweils darauffolgende Jahr:

Kontakt

Jana Klawitter
Wissenschaftliche Koordinatorin

Interdisziplinärer Forschungsverbund Digital Humanities in Berlin
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
Jägerstr. 22/23
10117 Berlin

+49 (0)30 20370 595
klawitter(at)bbaw.de