DH-Rundgang 17-07-17 - if

Interdisziplinärer Forschungsverbund
Digital Humanities in Berlin

21. DH-Rundgang: Das Open Encyclopedia System (OES): Open-Source-Plattform für Open-Access-Enzyklopädien

Termin: 17.07.2017, 18:00–20:00 Uhr

Ort: Akademischer Senatssaal der Freien Universität Berlin, Henry-Ford-Bau, Garystraße 35, 14195 Berlin-Dahlem - Zur Karte

Im Rahmen des 21. DH-Rundgangs des if|DH|b wird das DFG-geförderte Projekt Open Encyclopedia System (OES) aus Sicht der technischen Entwicklung beim Center für Digitale Systeme (CeDiS) und der inhaltlichen Anwendung durch die Enzyklopädie-Projekte "1914-1918-online" und die "Online-Enzyklopädie zu den deutsch-griechischen Verflechtungen" (CeMoG) vorgestellt. 

Das OES wird seit März 2016 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziell unterstützt. Im Rahmen des Projektes „Open Encyclopedia System (OES)“ wird eine Open-Source-Software zur Erstellung und Pflege von – vorrangig geistes- und sozialwissenschaftlichen – Open-Access Online- Enzyklopädien entwickelt. Das Projektkonsortium besteht aus vier Partnern: Center für Digitale Systeme (CeDiS), Friedrich-Meinecke-Institut (FMI), Centrum Modernes Griechenland (CeMoG) der Freien Universität Berlin sowie die Bayerische Staatsbibliothek München (BSB).

Zum Hintergrund und den beteiligten Projekten: Das Center für Digitale Systeme (CeDiS) ist das Kompetenzzentrum für E-Learning, E-Research und Multimedia der Freien Universität Berlin. CeDiS berät und unterstützt alle Einrichtungen und Mitglieder der Universität beim Einsatz digitaler Medien und Technologien in Lehre und Forschung. Die Arbeitsschwerpunkte umfassen dabei die Bereiche E-Learning, E-Research, Content Management, E-Publishing, E-Examinations, Web 2.0, AV-Medien sowie Design und Visualisierung. Bestandteile des Angebots sind u.a. die Beratung sowie die Konzeption und Implementierung von technologiegestützten Lehr- und Lernszenarien, webbasierten Publikationslösungen und digitalen Forschungsumgebungen. CeDiS bietet zudem Schulungen und Workshops zum Thema mediengestütztes Lehren und Lernen an. Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.cedis.fu-berlin.de/.

Im Rahmen des von der DFG geförderten Projektes „1914-1918-online“ (2011-2015) ist eine frei verfügbare, englischsprachige Online-Enzyklopädie über den Ersten Weltkrieg entstanden, die durch die Beteiligung von über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler  aus über 50 Ländern ein einzigartiges, international renommiertes Nachschlagewerk ist und alle wissenschaftlichen Ansprüche erfüllt. Das mittlerweile über 1.100 Artikel umfassende Referenzmedium erreichte weltweit seit der Veröffentlichung im Oktober 2014 über 2 Mio. Nutzer. Somit kann „1914-1918-online“ seinen globalen und multiperspektivischen Ansprüchen gerecht werden. Die wissenschaftliche Qualitätssicherung erfolgt durch ein zweistufiges Peer Review-System. Insofern ist die Enzyklopädie aus quantitativer wie auch aus qualitativer Perspektive im Bereich der Digital Humanities ein wissenschaftliches Werk von höchstem Niveau.

Im Rahmen des Projektes Open Encyclopedia System (OES) werden Online-Enzyklopädien mit verschiedenen Funktionalitäten und Formen der Wissensdistribution entwickelt respektive im Fall von „1914-1918-online“ funktional erweitert.

Programm

Das Programm orientiert sich zum einen an den technischen Gesichtspunkten der Software-Plattform OES sowie an deren Anwendungsfällen:

  1. Grußwort durch Dr. Albert Geukes (Stellvertretender Leiter des Center für Digitale Systeme)
  2. Vorstellung des Projekts „Open Encyclopedia System“
    (Ilker Egilmez, Software-Entwickler OES, Center für Digitale Systeme; Christoph Schimmel, Projektkoordinator OES, Center für Digitale Systeme)
  3. Die Weiterentwicklung der Online-Enzyklopädie „1914-1918-online“
    (Dr. Carla MacDougall, Projektkoordinatorin 1914-1918-online)
  4. Das Centrum Modernes Griechenland (CeMoG) und eine Online-Enzyklopädie zu den deutsch-griechischen Verflechtungen
    (Bart Soethaert, Projektmanager CeMoG-Digital, Centrum Modernes Griechenland)

Für Rückfragen kontaktieren Sie uns bitte per E-Mail an info(at)ifdhberlin.de.

Weitere Informationen

Für inhaltliche Rückfragen zum Programm des Rundgangs: Christoph Schimmel, Open Encyclopedia System, Freie Universität Berlin, Center for Digital Systems (CeDiS), E-mail: christoph.schimmel(at)cedis.fu-berlin.de

Von Weltkriegsenzyklopädien zu Alexis Sorbas: Nachlese zum 21. DH-Rundgang am Center für Digitale Systeme

von Nico Friesenhan

Am Montag, den 21. Juni 2017 lud das Center für Digitale Systeme (CeDiS) der Freien Universität (FU) Berlin zum 21. DH-Rundgang ein.

Nach einem Begrüßungswort durch den stellvertretenden Leiter des CeDiS, Dr. Albert Geukes, folgte die Vorstellung des Projekts “Open Encyclopedia System” (OES) durch den Projektkoordinator Christoph Schimmel.

Gemeinsam mit dem Friedrich-Meinecke-Institut der FU Berlin, dem Centrum Modernes Griechenland (CeMoG) sowie der Bayerischen Staatsbibliothek München hat sich dieses von der deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Projekt zur Aufgabe gemacht, eine offene, standardisierte virtuelle Plattform zur Schaffung von Online-Enzyklopädien zu entwickeln.

Dabei wird der Fokus auf Kollaboration und Interaktion gesetzt. So bietet das OES unter anderem Werkzeuge zum gemeinsamen Arbeiten oder für die Vernetzung der enzyklopädischen Inhalte mit den sozialen Medien.

Als nächsten Programmpunkt stellte Herr Schimmel die Online-Enzyklopädie “1914-1918-online – International Encyclopedia of the First World War” vor, die mit Hilfe von OES ihre Inhalte ordnet, verwaltet und publiziert. Derzeit wird mit der Nutzergruppe von "1914-1918 online" sowie der Nutzergruppe des CeMoG (siehe zweiter Programmpunkt) an der Veröffentlichung einer Version 2.0 der Weltkriegsenzyklopädie gearbeitet.

Konventionelle gedruckte Enzyklopädien seien hinsichtlich des Inhaltes schnell veraltet, zu teuer in den Erstellungskosten und außerdem als solche in sich geschlossen. Das heißt, im Erstellungsprozess wie auch danach habe man keinerlei Möglichkeit, daran in freier Arbeit zu partizipieren, wie Herr Schimmel anführte.

Die Verbindung zur Wikipedia wurde deutlich, als Herr Schimmel die Vorteile einer Online-Enzyklopädie darstellte, wie etwa die Einbindung externer Ressourcen (Bilder, Filme, Tonaufnahmen etc.) oder die Möglichkeit der Vernetzung mit sehr vielen Menschen rund um den Globus, die etwas zur Enzyklopädie beitragen möchten.

Dies drückt sich auch in den Nutzerzahlen aus: Pro Monat besuchen etwa 160.000 Nutzer die Online-Enzyklopädie zum Ersten Weltkrieg. Seit Oktober 2014 registrierte man etwa 2,5 Millionen Besucher. Die meistbesuchten Artikel kommen pro Monat auf 2.000–8.000 Aufrufe.

Der wahre Vorteil der Weltkriegs-Enzyklopädie zeigt sich insbesondere an der aktiven Community. Über 1000 Menschen aus über 50 Ländern beteiligen sich daran. Dazu ist das Projekt mit 28 Projektpartnern aus 10 Ländern assoziiert.

Der letzte Programmpunkt führte in den Bereich deutsch-griechischer Beziehungen, sowie der gemeinsamen Geschichte dieser zwei Länder. Das Centrum Modernes Griechenland plant den Einsatz von OES zur Kommunikation und Publikation seiner interdisziplinären Aktivitäten und Forschungsergebnisse. Der Projektmanager Bart Soethaert berichtete über erste konzeptionelle Überlegungen zum Einsatz der Software, v.a. auch hinsichtlich Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Nutzung im Vergleich zu "1914-1918 online". Beide Nutzergruppen sind derzeit in die Vorbereitung von Version 2.0. eingebunden.

Wir danken herzlich für den gelungenen Rundgang und das Interesse der Teilnehmer/-innen.